Landgericht Koblenz vom 25.01.2022
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Akutes Nierenversagen nach fehlerhafter Bluttransfusion, LG Koblenz, Az.: 1 O 60/20

Chronologie:

Der zwischenzeitlich verstorbene Patient stellte sich aufgrund eines Leistungsabfalles in der Notaufnahme der Beklagten vor. Ihm wurde eine Bluttransfusion verabreicht. Noch während der Verabreichung stellte der behandelnde Arzt fest, dass eine falsche Blutgruppe verwendet wurde. In unmittelbarer Folge entwickelte der Patient ein akutes Nierenversagen, das durch Nierenspülungen und Infusionen mittels Katheters behandelt wurden.

 

Verfahren:

Das Landgericht Koblenz hat in dieser Sache ein internistisches Fachgutachten eingeholt. Im Ergebnis stellte der SAchverständige heraus, dass die Behandlung des Erblassers nicht dem medizinischen Facharztstandart entsprach: Die Bluttransfusion erfolgte mit einem ABO-Rhesus inkompatiblem Erythrozytenkonzentrat, was nach Einschätzung des Sachverständigen einen groben Behandlungsfehler darstellt. Die Parteien haben sich daraufhin auf eine pauschale Entschädigungssumme von 10.000,- Euro verständigt.

 

Anmerkungen von Ciper & Coll.:

In dieser Sache hatte der Haftpflichtversicherer der Beklagten bereits im Vorfeld der Klage ein außergerichtliches Angebot von 3.500,- Euro unterbreitet, was den Prozessvertretern des Erblassers zu gering erschien. Im Ergebnis hat das sich darauf anschließende gerichtliche Verfahren daher durchaus seine Berechtigung erzielt, stellen D.C.Mahr, LLM und Dr DC Ciper LLM, beide Fachanwälte für Medizinrecht fest.

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