Landgericht Memmingen vom 15.10.2018
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Fehlgeschlagene Arthroskopie nach Hinterhorn Basisriss des Außenmeniskus, LG Memmingen, Az.: 22 O 1560/17

Chronologie:
Die Klägerin erlitt durch einen Treppensturz im April 2016 einen Riss im rechten Außenmeniskus mit VKB-Ruptur. Die Beklagte nahm daraufhin eine Arthroskopie vor, und in der Folge eine Steroid-Therapie, die jedoch zu weiteren gesundheitlichen Problemen und Bewegungseinschränkungen führte. Anlässlich einer Kontrolluntersuchung zeigten sich diffuse fleckige Knochenmarksödeme, die mit einem CRPS vereinbar sind. Auch heute noch leidet die Klägerin unter starken Schmerzen und ist in physiotherapeutischer Behandlung.

Verfahren:
Das Landgericht Memmingen hat zu dem Vorfall ein Sachverständigengutachten eingeholt. Dieses stellte im Ergebnis zwar keinen Behandlungsfehler an sich fest, das Gericht wies jedoch darauf hin, dass die Klägerin wohl in Bezug auf die Eingriffserweiterung nicht hinreichend aufgeklärt worden ist. Die Parteien haben sodann einen Vergleich geschlossen. Die Gesamtschadenposition liegt im deutlich fünfstelligen Bereich.

Anmerkungen von Ciper & Coll.:
Oftmals erzielt ein geschädigter Patient in einem Arzthaftungsprozess einen Erfolg, der nicht auf einem Behandlungsfehler an sich beruht. Das ist dann der Fall, wenn die Prozessvertreter neben dem Vorwurf eines ärztlichen Fehlers auch die Aufklärungsrüge erheben und ein befasstes Gericht zu der Auffassung gelangt, die von Medizinerseite vorgenommene Aufklärung sei nicht im ausreichenden Maße erfolgt. Für Aufklärungsmängel ist die Behandlerseite beweispflichtig, stellen Rechtsanwältin Irene Rist und Rechtsanwalt Dr. D.C.Ciper LLM, beide Fachanwälte für Medizinrecht fest.

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