Landgericht Cottbus – vom 14.05.2016
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Verzögerte Orchidopexie rechts nach Verdachtsdiagnose „Orchitis“, LG Cottbus, Az.: 3 O 155/13

Chronologie:
Der jugendliche Kläger litt unter Schmerzen im Unterbauch und begab sich in die Klinik der Beklagten. Es wurde die Verdachtsdiagnose „Orchitis“ gestellt. Nach Verschlechterung des Gesundheitszustandes musste der rechte Hoden schließlich operativ entfernt werden.

Verfahren:
Das Landgericht Cottbus hat ein fachurologisches Gutachten zu dem Vorfall eingeholt. Der Sachverständige stellte u.a. fest, dass die erfolgte Verdachtsdiagnose nicht nachvollziehbar sei und es auch unverständlich sei, warum die Kontrollsonographie erst verspätet erfolgte. Auf Anraten des Gerichtes haben sich die Parteien sodann auf eine Gesamtabfindung im deutlich fünfstelligen Bereich geeinigt.

Anmerkungen von Ciper & Coll.:
Der gerichtlich befasste Gutachter stellt im Ergebnis zudem ganz klar fest, dass durch den Verlust des rechten Hodens keine Zeugungsunfähigkeit des Jungen eingetreten sei. Anderenfalls wäre der zu zahlende Abfindungsbetrag deutlich höher gewesen, so der sachbearbeitende Rechtsanwalt Daniel C. Mahr LLM, Fachanwalt für Medizinrecht.

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