Landgericht Magdeburg – vom 22.12.2015
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Amputation des rechten Großzehs wegen unterlassener Facharztbehandlung, LG Magdeburg, Az.: 9 O 2247/13 – 547 –

Chronologie:
Der Kläger leidet an Diabetes. Nach einer Schnittverletzung unter der großen Zehe begab er sich in die Behandlung bei der Beklagten. Es wurde eine abwartende Haltung eingenommen, anstatt die Durchblutung zu verbessern. Eine Verlegung in eine Gefäßchirurgie erfolgte verspätet, so dass der Zeh nicht mehr zu retten war.

Verfahren:
Das Landgericht Magdeburg hat ein chirurgisches Gutachten zu dem Vorfall eingeholt. Im Ergebnis stellte der Gutachter fest, dass die Mediziner gegen die Regeln ärztlicher Kunst verstoßen haben. Das Gericht hatte den Parteien daraufhin einen Vergleich im oberen vierstelligen Eurobereich vorgeschlagen. Diese haben sich sodann verglichen.

Anmerkungen von Ciper & Coll.:
Bei Diabetikern sind Fußverletzungen besonders gefährlich, da die Durchblutung eingeschränkt ist. Im Zweifel können kleine Unachtsamkeiten in der ärztlichen Behandlung tatsächlich dann dazu führen, dass eine Zehe, oder sogar der gesamte Fuß amputiert werden muss, stellt der sachbearbeitende Rechtsanwalt Daniel C. Mahr, LLM, Fachanwalt für Medizinrecht fest.

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