Brandenburgisches Oberlandesgericht – vom 21.11.2015
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Fehlbehandelte subtrochantäre Fermurfraktur mit erheblicher Fehlstellung, OLG Brandenburg, Az.: 12 U 95/14

Chronologie:
Die betagte Klägerin befand sich in der Klinik der Beklagten nach einer Brustkrebsoperation in der Rehabilitation. Dort rutschte sie während einer Gruppengymnastik aus und zog sich einen Oberschenkelhalsbruch zu. Es war eine Revisionsoperation erforderlich. Die Klägerin ist seit dem Vorfall in ihrer täglichen Lebensführung schwer beeinträchtigt.

Verfahren:
Bereits das Landgericht Cottbus hatte sich zuvor mit dem Vorfall befasst (Az. 3 O 271/11) und die Klage als unbegründet abgewiesen. Gegen diese Klageabweisung richtet sich die Berufung der Klägerin. Das qualifiziert besetzte Brandenburgische Oberlandesgericht hat sich umfassend mit dem Vorfall befasst und im Ergebnis den Parteien im Hinblick auf den erheblichen weiteren wirtschaftlichen und zeitlichen Aufwand zu einem Vergleich über eine pauschale Gesamtabgeltung von 15.000,- Euro angeraten. Die Klägerin ist mit dieser Vergleichssumme einverstanden, die Beklagte offensichtlich nicht, so dass die nunmehr 81-jährige Patientin weiterhin auf ihre möglichen Ansprüche zuwarten muss.

Anmerkungen von Ciper & Coll.:
Es ist immer wieder bedauerlich, dass medizingeschädigten Patienten von Seiten gegnerischer Haftpflichtversicherer alle möglichen Steine in den Weg gelegt werden. Ein von einem Arzthaftungssenat bei einem OLG vorgeschlagener Vergleichsbetrag von 15.000,- Euro für eine 81-jährige Patientin, die nun ihr Leben lang über gesundheitliche Beschwerden klagen muss, bedeutet für einen Versicherer „peanuts“. Es ist der Klägerin zu wünschen, dass sich im Ergebnis der Fehlbehandlungsvorwurf manifestiert und der Versicherer am Ende eine höhere Schadensumme zu zahlen hat, stellt RA Dr. D.C.Ciper LLM, Fachanwalt für Medizinrecht fest.

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