Landgericht Kiel – vom 05.10.2015
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Knochenabbau und Lockerung der Trägerzähne nach Vollprothese im Oberkiefer, LG Kiel, Az.: 8 O 78/14

Chronologie:
Der Klägerin fehlten beidseits im Oberkiefer die letzten Backenzähne, welche durch eine Prothese ersetzt wurden. Nach nur zweieinhalb Jahren kam es zu einem starken Knochenabbau und Lockerung der Trägerzähne. Es war erforderlich, der Klägerin vier Zähne zu ziehen und vier Implantate einzusetzen.

Verfahren:
Das Landgericht Kiel hat ein zahnärztliches Sachverständigengutachten zu dem Vorfall eingeholt. Das Gericht hielt zumindest einen Dokumentationsverstoß für möglicherweise haftungsbegründend. Nach umfangreicher Beweisaufnahme schlug das Gericht den Parteien sodann vor, sich gütlich über eine Summe im vierstelligen Eurobereich zu einigen.

Anmerkungen von Ciper & Coll.:
Zahnarztprozesse bilden oftmals eine schwierige Materie, zumal es hierbei insbesondere zwischen der Dienstleistung des behandelnden Zahnarztes, sowie der Werkleistung des involvierten Zahnlabors zu unterscheiden gilt. Je nach Fehlerhaftigkeit werden sodann die dienst- bzw. werkvertraglichen Ansprüche für den Geschädigten relevant. In der Regel, d.h. mit Ausnahme von einigen Extremfällen, werden im Falle eines gerichtlichen Prozesserfolges für den Geschädigten lediglich Beträge im drei- bis vierstelligen Eurobereich ausgeworfen. Die Verfahrensdauern unterscheiden sich dabei nicht merklich von anderen arzthaftungsrechtlichen Prozessen, können in Einzelfällen sogar deutlich darüber liegen, stellt RA Dr. D.C.Ciper LLM, Fachanwalt für Medizinrecht fest.

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