Oberlandesgericht Frankfurt/M. – vom 24.03.2015
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Fehlerhafte Aufklärung bei Kataraktoperation nach Gliose im Netzhautbereich, OLG Frankfurt/M. 8 U 25/14

Chronologie:
Der Kläger begab sich zwecks Kataraktoperation in die Einrichtung der Beklagten. Er erhielt anstatt der ursprünglich geplanten torischen eine monovokale sphärische Linse eingesetzt. Zwei Wochen später wurde festgestellt, dass sich in der hinteren Netzhaut ein Ödem gebildet hatte. Seither leidet der Kläger unter einem Verzerrtsehen und einer deutlich schlechteren Sehschärfe.

Verfahren:
Bereits das Landgericht Frankfurt/M. hatte den Vorfall mittels eines Sachverständigengutachtens überprüfen lassen (Az.: 2 – 04 O 470/11). Der Gutachter gab an, dass die nunmehr eingetretenen Gesundheitsschäden zwar schicksalhaft seien, allerdings ein Aufklärungsmangel vorlag. Der Kläger ist nicht hinreichend über die Risiken aufgeklärt worden. Im Ergebnis verurteilte das Gericht die Beklagten zur Zahlung eines Schmerzensgeldes von 8.000,- Euro und stellte zudem fest, dass die Beklagte verpflichtet ist, dem Kläger auch sämtliche materiellen Schäden für Vergangenheit und Zukunft zu zahlen. Hiergegen richtet sich die Berufung der Beklagten. Der OLG-Senat Frankfurt/M. stellt mittels Beschlusses vom 29. Januar 2015 gemäß § 522 Abs. 2 ZPO fest, dass die Berufung zurückzuweisen sei, da diese offensichtlich keine Aussicht auf Erfolg biete.

Anmerkungen von Ciper & Coll.:
Hinsichtlich der zugesprochenen weiteren materiellen Schäden werden die Prozessvertreter des Klägers nunmehr erneut an den Haftpflichtversicherer der Beklagten herantreten und zunächst versuchen, eine gütliche außergerichtliche Klärung zu erzielen. Gelingt das indes nicht, kommt es zu einem Folgeprozess, sodann wiederum beim Landgericht Frankfurt/M., stellt Rechtsanwalt Dr. D.C.Ciper LLM, Fachanwalt für Medizinrecht fest.

Leave A Reply

Scroll Up