Landgericht Krefeld – vom 27.01.2015
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Fehlerhafte postoperative Versorgung nach Achillessehnen-Operation, LG Krefeld, Az.: 3 O 68/13

Chronologie:
Dem Kläger riss beim Tennisspielen die rechte Achillessehne. Im Krankenhaus der Beklagten wurde die postoperative Versorgung vorgenommen. Die Wundheilungsstörungen verschlimmerten sich zunehmend und es wurde ein Keimbefall festgestellt. Zwei Nachoperationen waren erforderlich.

Verfahren:
Das Landgericht Krefeld hat ein orthopädisch-unfallchirurgisches Sachverständigengutachten eingeholt. Der Gutachter stellte im Ergebnis fest, dass es einen schwerwiegenden Fehler darstelle, der völlig unverständlich sei, aufgrund der Weichteilsituation eine abwartende Haltung einzunehmen. Nach Abschluss der Beweisaufnahme hat das Landgericht Krefeld die Beklagten verurteilt, an den Kläger ein Schmerzensgeld im vierstelligen Eurobereich zu zahlen.

Anmerkungen von Ciper & Coll. (RA Dr. D.C.Ciper LLM; RA D.C. Mahr LLM; Irene Rist; Marius B. Gilsbach; Agnes Szlachecki):
Wenn in einem Arzthaftungsprozess der gerichtlich bestellte Gutachter einen groben Behandlungsfehler bestätigt, führt das in der Regel zu Beweislasterleichterungen bis hin zur Beweislastumkehr für den betroffenen Patienten.

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