Oberlandesgericht Stuttgart – vom 10.04.2014
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Fehlerhafte Lichttherapie zur zeitgleichen Medikamenteneinnahme von Sandimmun, OLG Stuttgart, Az. 1 U 92/13

Chronologie:
Die Beklagte behandelte den Kläger parallel zur Medikamentierung mit Sandimmun mittels einer Lichttherapie. Über Risiken der zeitgleichen Behandlung wurde der Kläger nicht aufgeklärt. Hierdurch erhöht sich für den Kläger das Hautkrebsrisiko.

Verfahren:
Nachdem das Landgericht Ellwangen die Klage zunächst als unbegründet abgewiesen hatte (Az. 5 O 419/11), ging das OLG Stuttgart von einem Behandlungsfehler aus, der zu einer Erhöhung des Hautkrebsrisikos geführt habe und riet den Parteien zunächst einen Vergleich an, der nicht zustande kam. Sodann stellte das Gericht fest, dass die Beklagte verpflichtet ist, dem Kläger sämtliche Schäden zu ersetzen, die durch den Behandlungsfehler entstanden sind und noch entstehen werden.

Anmerkungen von Ciper & Coll.:
Zwar mag es nicht wahrscheinlich sein, dass sich das Risiko in der vorliegenden Sache auch tatsächlich verwirklichen wird, es ist aber nicht auszuschließen. Dieses reicht für einen Anspruch auf ein Feststellungsbegehren grundsätzlich aus, so die sachbearbeitende Rechtsanwältin Irene Rist, Fachanwältin für Medizinrecht.

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