Landgericht Essen – vom 21.01.2013
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Kugelbruch nach Einsatz einer zementfreien Hüft-Totalendoprothese, LG Essen, Az. 3 O 387/10

Chronologie:
Der Kläger erhielt im Jahre 2004 eine Hüftprothese. In 2008 erlitt er einen Kugelbruch, der auf ein Implantatsversagen zurückzuführen war. Ihm musste daraufhin ein zementierter Spectron Schaft sowie eine Müller-PE-Pfanne implantiert werden.

Verfahren:
Das Gericht hatte die Begutachtung des Vorfalles durch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung avisiert, den Parteien aufgrund der Höhe der zu erwartenden Gutachterkosten und des Umfanges der Beweisaufnahme aber vorgeschlagen, sich gütlich zu einigen, worauf diese sich einließen. Danach erhält der Kläger eine pauschale Entschädigung im deutlich fünfstelligen Eurobereich.

Anmerkungen:
Es handelt sich vorliegend um einen Fall der Medizinproduktehaftung. Danach sind Hersteller für die Fehlerfreiheit ihrer Produkte grundsätzlich verantwortlich. Für Schlagzeilen sorgte in jüngerer Vergangenheit der sogenannte PIP-Skandal, bei dem ein französischer Brustimplantatshersteller Billig-Silikon verwandte, das im Zweifel zu hohen Gesundheitsschäden führen kann. RA Dr. Dirk C. Ciper LLM begrüßt in der vorliegenden Sache den erfreulichen Vergleichsabschluss zur Vermeidung eines womöglich langjährigen Gerichtsprozesses.

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