Landgericht Oldenburg – vom 20.01.2013
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Nichtindizierte Extraktion des Dentis 35 bei 11-jährigem Kind, LG Oldenburg, Az. 8 O 3101/11

Chronologie:
Der vormals 11-jährige Kläger befand sich im November 2008 in Behandlung beim Beklagten. Dieser extrahierte basierend auf einem Missverständnis den Dentis 35, anstatt 85. Es waren erhebliche prothetische sowie implantologische Versorgungen notwendig.

Verfahren:
Das Landgericht Oldenburg hat die Angelegenheit mittels eines Gutachtens über die Zahnärztekammer Niedersachsen bewerten lassen. Der Gutachter konstatierte einen besonders groben Fehler, der schlechterdings nicht unterlaufen darf. Daraufhin verurteilte das Gericht den Beklagten zur Zahlung eines Schmerzensgeldes und stellte fest, dass der Beklagte auch sämtliche weiteren materiellen Kosten für die Vergangenheit und Zukunft zu zahlen habe. Die Ansprüche liegen im fünfstelligen Eurobereich.

Anmerkungen von Ciper & Coll.:
Der Kläger verfügte bereits im Vorfeld der gerichtlichen Inanspruchnahme über ein positives Gutachten des MDK der Krankenkasse. Dennoch war der Versicherer des Beklagten, die Generali, nicht zu einer Regulierung bereit. Dieses ist angesichts der Eindeutigkeit der Sach- und Rechtslage unverständlich, stellt RA Dr. Dirk C. Ciper LLM, Fachanwalt für Medizinrecht fest.

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