Landgericht Hanau – vom 11.12.2012
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Septischer Schock, Multiorganversagen und Kolon-Perforation nach Sigmaresektion, LG Hanau, Az. 4 O 354/09

Chronologie:
Die 52-Jährige Klägerin stellte sich in 2007 in der Klinik der Beklagten mit einer akuten Sigmadivertikulitis vor. Ihr wurde eine operative Entfernung angeraten, anlässlich derer schwerwiegende Komplikationen eintraten. Eine notfallmäßige Relaparotomie sowie Revision wurden erforderlich. Die Patientin erlitt eine Teilparese und kann seit dem Vorfall nicht mehr selbstständig laufen. Sie ist rund um die Uhr pflegebedürftig.

Verfahren:
Das Landgericht Hanau hat den Vorfall fachmedizinisch würdigen lassen. Der vom Gericht bestellte Gutachter, ein Universitätsprofessor für Viszeralchirurgie hat die Behandlung in der Klinik der Beklagten als grob fehlerhaft bewertet, woraufhin der Versicherer der Beklagten eine Akontozahlung von 70.000,- Euro erbrachte. Über die Gesamtentschädigung werden die Parteien noch verhandeln. Es steht eine Summe im deutlich sechsstelligen Eurobereich im Raume.

Anmerkungen von Ciper & Coll.:
Wenn gutachterlich in einem Arzthaftungsprozess eine grobe Fehlerhaftigkeit der Behandlung konstatiert wird, fühlt sich ein Gericht in der Regel hieran gebunden und spricht der Klage zu beziehungsweise regt an, sich im Vergleichswege zu einigen. Auch im vorliegenden Fall ist davon auszugehen, dass sich die Parteien auf eine angemessene Entschädigungssumme im deutlich sechsstelligen Eurobereich einigen werden, zumal der Versicherer der Beklagten mit der Akontozahlung in ganz beträchtlicher Höhe bereits zu verstehen gegeben hat, dass er einer Regulierung nicht entgegentreten wird, stellt RA Dr. D.C.Ciper LLM fest.

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