Landgericht Berlin – vom 10.12.2012
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Fehlende Indikation für ERCP-Untersuchung, nachträgliche Veränderung der Behandlungsdokumentation, LG Berlin, Az. 13 O 34/10

Chronologie:
Der Kläger litt unter Oberbauchschmerzen und stellte sich in der Klinik der Beklagten vor. Die behandelnden Ärzte nahmen bei ihm eine ERCP vor, um den Gallengang zu untersuchen. Hierdurch kam es zu einer ERCP-Pankreatitis. Der Kläger fiel in ein sechsmonatiges Koma. Im Anschluss daran wurden ein monatelanger Krankenhaus- und Reha-Aufenthalt sowie ca. 35 weitere Operationen erforderlich. Er trug eine Störung des gesamten Nervensystems, Sensibilitätsstörungen, schwere Störungen an Kehlkopf und Stimmbereich davon. Zudem litt er unter massiven Schmerzen.

Verfahren:
Das Gericht hat die Sache umfangreich hinterfragen lassen. Danach war die ERCP-Untersuchung nicht indiziert, sämtliche Gesundheitsschäden waren Folge der akuten ERCP-Pankreatitis. Die ERCP-Pankreatitis ist eine gefürchtete Komplikation, über die aufzuklären ist. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme einigten sich die Parteien auf einen Betrag von 280.000,- Euro.

Anmerkungen von Ciper & Coll.:
Durch die hohe Fachkompetenz von Ciper & Coll. sowie aufgrund eines umfangreichen Netzwerks an fachmedizinischen Sachverständigen konnte eine nachträgliche Änderung der Behandlungsunterlagen durch die behandelnden Ärzte der Beklagten aufgedeckt werden. Zudem konnte erreicht werden, dass der Schadenbetrag für den Kläger um weitere 30.000,- Euro erhöht wurde, stellen der sachbearbeitende Anwalt von Ciper & Coll., Daniel Mahr LLM, sowie RA Dr. D.C.Ciper LLM fest.

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