Landgericht Berlin – vom 04.08.2012
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Stammganglienblutung bei hypertensiver Entgleisung nach Fehlmedikation, LG Berlin, Az. 36 O 119/10

Chronologie:
Die Klägerin erlitt 2009 eine Urticaria mit Kehlkopfschmerzen, die notärztlich behandelt wurden. Sie erhielt eine Medikation mit Suprarenin und NaCl und wurde in eine Klinik verbracht. Dort diagnostizierten die Ärzte eine hypertensive Entgleisung. Seit dem Vorfall ist die Klägerin gesundheitlich stark beeinträchtigt, kann nicht mehr länger stehen, leidet unter Konzentrations- und Koordinationsstörungen, sowie Kraftlosigkeit, Sehstörungen und psychischen Symptomen.

Verfahren:
Das Landgericht Berlin hat den Vorfall fachmedizinisch mittels eines habilitierten Facharzt für Intensivmedizin überprüfen lassen. Dieser stellte im Ergebnis mehrere Behandlungsfehler heraus. Daraufhin schlug das Gericht den Parteien einen Vergleich vor, wonach die Klägerin mit einer pauschalen Abfindungssumme von 80.000,- Euro abzufinden sei.

Anmerkungen von Ciper & Coll.:
Liegt in einem Arzthaftungsprozess ein positives Gutachten vor, schlägt ein Gericht gerne einen Vergleich vor, um das Verfahren gütlich abschliessen zu können, so Dr. Dirk C. Ciper LLM. Im vorliegenden Fall lag dem Gericht bereits ein im Vorfeld der Klage eingeholtes fachmedizinisches Gutachten des MDK Berlin-Brandenburg vor, das die Fehlerhaftigkeit der Behandlung eindeutig bestätigte. Zu einer Regulierung war die Schädigerseite dennoch nicht bereit gewesen. Für den sachbearbeitenden Rechtsanwalt Daniel Mahr LLM ist dieses bedauerlich, da damit das umfangreiche und belastende gerichtliche Verfahren vermieden worden wäre. Rechtsanwalt Mahr betont einmal mehr, wie wichtig es wäre, regulierungsunwilligen Versicherungen aufzuzeigen, daß es für sie teurer werden kann, wenn es zu Gericht geht, so wie hier.

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