Landgericht Hof – vom 11.05.2012
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Fehlerhafte Medikamentierung führt zu Benzodiazepin- und Alkoholabhängigkeit, LG Hof, Az. 15 O 5/10

Chronologie:
Der Beklagte verabreichte der Klägerin über lange Jahre das Medikament Diazepam. Bereits im Jahre 1997 ist die Medikamentierung dokumentiert. In der Folge wurde die Klägerin Benzodiazepin- und alkoholabhängig und tätigte mehrere Suizidversuche, aufgrund des Eintritts einer schweren Depression.

Verfahren:
Das Landgericht Hof hat den Parteien nach Würdigung der Gesamtumstände angeraten, sich im Vergleichswege zu einigen. Hierauf liessen sich beide ein. Der Vergleichsbetrag liegt im fünfstelligen Eurobereich.

Anmerkungen:
Fehlmedikamentierungen können zu schwerwiegenden Folgen führen, wie der vorliegende Fall eindrucksvoll bestätigt. Im schlimmsten Falle kann die Gesundheitsschädigung derart massiv sein, daß der Betroffene zu Tode kommt. Suizidversuche aufgrund einer durch Medikamentenabhängigkeit stellen keine Einzelfälle dar. Im Zweifel ist in solchen Fällen gutachterlich zu eruieren, welche konkreten Folgen durch die Fehlmedikamentierung entstanden sind.

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