Landgericht München I – vom 24.04.2012
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Ejakulations- und Defäkationsstörungen nach Ulcus-Operation, LG München I, Az. 9 O 20420/10

Chronologie:
Der Kläger befand sich wegen eines gutartigen Ulcus zur stationären Behandlung bei der Beklagten. Postoperativ traten Ejakulations- und Defäktionsstörungen ein, die der Kläger als kausal auf die Operation zurückführte.

Verfahren:
Das Landgericht München I hat die Angelegenheit fachmedizinisch würdigen lassen. Zwar kam der Gutachter nicht zu der Konstatierung eines Behandlungsfehlers, die eingetretenen Schädigungen seien aber ein operationsimmanentes Risiko, auf das der Kläger hätte aufgeklärt werden müssen.

Anmerkungen:
Aufgrund der Konstatierung der fehlerhaften Aufklärung schlug das Gericht den Parteien einen Vergleich vor, den diese akzeptierten. Die Gesamtentschädigung liegt im deutlich fünfstelligen Eurobereich. Die alleinsachbearbeitende Rechtsanwältin von Ciper & Coll., Irene Rist begrüßt den Prozeßerfolg, zumal die Versicherung der Beklagten vorgerichtlich nicht zu einer Regulierung bereit war. In solchen Fällen ist der Patient sodann gefordert, gerichtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Rechtsanwältin Rist weist darauf hin, daß die entstehenden Zusatzkosten für das Verfahren die Versicherungsgemeinschaft belastet.

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