Landgericht Aachen – vom 11.02.2012
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Penisamputation in Folge einer verspäteten Karzinomdiagnose, LG Aachen, Az. 11 O 491/09

Chronologie:
Der Kläger bemerkete Ende 2008 eine Verhärtung am Penis. Im Rhamen der Vorsorgeuntersuchung Anfang Dezember 2008 machte er den Beklagten hierauf aufmerksam. Dieser diagnostizierte fehlerhaft eine Ballontitis und verschrieb dem Kläger lediglich eine Heilsalbe. Die zeitliche Verzögerung der richtigen Diagnose und der adäquaten Behandlung des Peniskarzinoms führte in der Folge zu einer Penisamputation.

Verfahren:
Das Landgericht Aachen hat den Vorfall mittels eines fachmedizinischen Gutachtens klären lassen, das einen groben Behandlungsfehler des Arztes vollumfänglich bestätigte. Daraufhin schlug das Gericht den Parteien einen Vergleich an, den sie akzeptierten. Die Gesamtregulierung liegt bei rund 70.000,- Euro.

Anmerkung:
Im Arzthaftungsprozess werden grundsätzlich fachmedizinische Gutachten eingeholt. Nicht immer sind die Ergebnisse so eindeutig wie hier. In solchen Fällen regt das Gericht zur Vermeidung eines langwierigen Verfahrens gerne eine vergleichsweise Regelung an, den die Parteien in der Regel auch akzeptieren.

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