Landgericht Hamburg – vom 12.01.2012
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler: Ejakulationsstörungen nach Appendektomie, LG Hamburg, Az. 323 O 83/10

Der Kläger litt unter zunehmenden rechtsseitigen Unterbauchschmerzen und Fieber und begab sich deshalb in die Behandlung einer Hamburger Klinik. Dort diagnostizierte man eine akute Begleitappendizitis bei Sigmadivertikulitis und es erfolgte ein laparoskopischer Eingriff. Es wurde sodann postoperativ antibiotisch weiterbehandelt. Ein am Folgetag der ersten Operation durchgeführtes Abdomen-CT zeigte eine Sigmadivertikulitis mit gedeckter Perforation. Der Patient berichtete wiederholt über linksseitige Schmerzen und Stuhlunregelmässigkeiten. Der Kläger wurde daraufhin am 11.02.2009 zum zweiten Mal operiert und es wurde eine laparoskopische Sigmaresektion ausgeführt. Nach Ausführung der zweiten Operation stellte der Kläger Ejakulationsschwierigkeiten fest, die seither andauern.

Verfahren:
Der gerichtlich bestellte Sachverständige bestätigte die fehlerhafte Vornahme der Operationen. Auf dieser Grundlage schlossen die Parteien auf Vorschlag des Gerichtes einen Vergleich, der im deutlich fünfstelligen Eurobereich liegt.

Amerkungen:
In Fällen wie dem vorstehenden bietet sich eine vergleichsweise Einigung für die Parteien an. Ein Vergleich stellt immer ein gegenseitiges Entgegenkommen dar. Nachdem die Haftpflichtversicherung der Beklagten vorgerichtlich nicht zu einer Regulierung bereit war, besann sie sich nunmehr eines besseren. Hätte sie vorher reguliert, wäre ein umfangreicher und kostenaufwändiger Prozess vermieden worden.

Leave A Reply

Scroll Up