Landgericht Hamburg – vom 11.12.2011
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Fehlgeschlagene Liposuktion wegen Kapselfibrose nach Mammakarzinom, LG Hamburg Az. 303 O 436/08

Chronologie:
Bei der Klägerin wurde in 2005 nach einem Mammakarzinom eine Liposuktion vorgenommmen. Postoperativ traten Komplikationen auf. Der Ehemann der Klägerin fand sie präkollaptisch in ihrer Wohnung auf. Neben einer Synkope wurde eine Nachblutung dokumentiert. Die Patientin leidet auch heute noch erheblich unter den Folgen des Vorfalles.

Verfahren:
Das Landgericht Hamburg hat die Angelegenheit mittels eines gynäkologischen Sachverständigengutachtens hinterfragen lassen. Dieser kam im Ergebnis zu einer Fehlbehandlung der Beklagten, worauf das Gericht den Parteien einen Vergleich vorschlug. Diesen nahmen beide an. Die Gesamtregulierung liegt im deutlich fünfstelligen Eurobereich.

Vor dem Verfahren hatte die Klägerin bereits die Schlichtungsstelle der norddeutschen Ärztekammern (Az. 341/06) bemüht, die zu demselben Ergebnis kam. Die sodann von der Versicherung der Beklagten angebotene Regulierungssumme war deutlich untersetzt, so dass gerichtliche Hilfe erforderlich war.

Anmerkungen:
Verfahren vor den Schlichtungsstellen der Ärztekammern haben bekanntlich keine präjudizielle Wirkung. Das machen sich Versicherer oftmals zunutze und regulieren trotz positiven Ausgangs des Patienten nicht, oder nicht angemessen, so wie hier. Dann hat der Patient bereits einen unnötigen langen Zeitverlust erlitten, bis er die ihm zustehenden Ansprüche erlangt.

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