Landgericht Düsseldorf – vom 04.12.2011
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Fehlerhafte Dreifach-Becken-Umstellung nach Tönnis/Kalchschmidt und intratrochantäre Varisationsosteotomie rechts, LG Düsseldorf, Az. 3 O 440/08

Chronologie:
Die Klägerin begab sich aufgrund jahrelanger Schmerzen im Bereich der Hüftgelenke in stationäre Behandlung ins Krankenhaus der Beklagten. Hier wurde eine Osteotomie vorgenommen, bei der es zu Komplikationen kam. Es stellte sich keine ausreichende Durchbaumung des Pfannenfragments heraus. Seit dem Vorfall leidet die Klägerin unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen und ist in ihrer Lebensführung erheblich eingeschränkt.

Verfahren:
Das Landgericht Düsseldorf hat den Vorgang umfangreich gewürdigt. Insbesondere wurden die Ergebnisse des vorgeschalteten Schlichtungsverfahrens vor der Gutachterkommission der Ärztekammer Nordrhein (Az. 2007/0953) herangezogen. Diese hatte bereits Behandlungsfehler konstatiert. Auf Vorschlag des Gerichts schlossen die Parteien sodann einen Vergleich, wonach die Klägerin eine pauschale Entschädigung im deutlich fünfstelligen Eurobereich erhielt.

Anmerkungen:
Immer wieder kommt es im Bereich der Arzthaftung zu der Konstellation, dass klare und eindeutige Ergebnisse eines im Vorfeld vorgenommenen Schlichtungsverfahrens vor der Ärztekammer zugunsten der Patientenseite von dem Haftpflichtversicherer der Schädiger negiert werden. Es wird argumentiert, das Verfahren habe keine präjudizielle Wirkung. In solchen Fällen ist ausnahmslos der Gerichtsweg angezeigt, so wie im vorliegenden Fall.

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