Landgericht Giessen – vom 24.11.2011
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Unterlassene Diagnose einer Darmperforation mit Kollaps, LG Giessen, Az. 2 O 355/10

Chronologie:
Die Klägerin stellte sich bei ihrer Hausärztin, der Beklagten, vor einigen Jahren aufgrund starker Gliederschmerzen, starkem Durchfall und Fieber vor, woraufhin die Beklagte eine Magen-Darm-Grippe diagnostizierte. Nach starker Verschlechterung des Gesundheitszustandes begab sich die Patientin erneut zur Behandlung in die Praxis der Beklagten, die sie nach Hause entliess. Daraufhin stellte sich die Patientin in einer Klinik vor, wo eine Darmperforation diagnostiziert und eine Notoperation vorgenommen wurde. Die Klägerin musste neun Monate einen künstlichen Darmausgang ertragen und leidet auch heute noch unter den Folgen der Fehldiagnose.

Verfahren:
Das Landgericht Giessen hat den Vorgang mittels fachmedizinischer Hilfe umfassend würdigen lassen. Im Ergebnis wurden mehrere Behandlungsfehler konstatiert, woraufhin das Gericht den Parteien einen Vergleich anriet. Hierauf haben sie sich geeinigt. Die Gesamtschäden liegen im deutlich fünfstelligen Eurobereich.

Anmerkungen:
In Arzthaftungssachen ist es für dei Betroffenen in der Regel sinnvoll, eine vergleichsweise Regelung zu erzielen, wonach die Geschädigte für die erlittenen Gesundheitsschäden eine pauschale Entschädigung erhält. Ein Vergleich stellt ein gegenseitiges Entgegenkommen dar, so dass beide Seiten ihr Gesicht wahren können.

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