Landgericht Bonn – vom 21.11.2011
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Verspätete Diagnose eines ausgedehnten multifokalen Mammakarzinoms, LG Bonn, Az. 9 O 353/08

Chronologie:
Die Beklagten betreiben eine Gemeinschaftspraxis für Radiologie und Nuklearmedizin. Dort stellt sich die Klägerin regelmässig im Rahmen der Brustkrebsvorsorge vor. Aufgrund fehlerhafter Diagnose wurde der Verdacht auf ein Mammakarzinom deutlich verspätet gestellt. Der Patientin musste daraufhin die linke Brust amputiert werden.

Verfahren:
Das Landgericht Bonn hat zwei Fachgutachten mit dem Vorfall befasst. Diese kamen darin im Ergebnis zur eindeutigen Konstatierung einer Fehlbehandlung der Beklagten, woraufhin das Landgericht den Parteien einen Vergleich anriet. Die Parteien schlossen sodann einen Vergleich, wonach der Geschädigten eine pauschale Entschädigungssumme von 70.000,- Euro zu zahlen ist.

Anmerkungen:
Verspätete Tumordiagnosen stellen einen klassischen Fall von ärzlichter Fehlleistung dar, die für die Betroffenen eine erhebliche Bedeutung haben. Oftmals führt diese Fehldiagnose zu Chemotherapien, die sonst nicht notwendig gewesen wären. In zahlreichen Fällen überlebt der geschädigte Patient den eigenen Gerichtsprozess aufgrund des fortgeschrittenen Stadiums der Erkrankung auch nicht mehr.

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