Oberlandesgericht Düsseldorf – vom 17.11.2011
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Nervus-radialis Schädigung durch Fehloperation eines Oberarmtrümmerbruchs rechts, OLG Düsseldorf, Az. I 8 U 14/08

Chronologie:
Die Klägerin erlitt einen Sturzunfall und zog sich dabei einen Oberarmkopfbruch zu. Im Krankenhaus der Beklagten wurde der Bruch operiert, wobei der nervus radialis geschädigt wurde. Seit dem Vorfall leidet die Patientin unter erheblichen Bewegungseinschränkungen.

Vefahren:
Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat den Parteien nach Würdigung der Gesamtumstände zu einem Vergleich angeraten, worauf sich beide einliessen. Die Gesamtentschädigung liegt im deutlich fünfstelligen Eurobereich.

Im Vorfeld der gerichtlichen Inanspruchnahme hatte die Klägerin die Schlichtungsstelle der Ärztekammer Nordrhein mit dem Vorfall befasst. Diese kam im Ergebnis zu mehreren groben Behandlungsfehlern (Az. 2005/0415). In der ersten Instanz hatte das Landgericht Düsseldorf sodann die Klage noch als unbegründet abgewiesen (Az. 3 O 281/06). Dieses sah der Arzthaftungssenat des Oberlandesgerichtes nun jedoch anders.

Anmerkungen:
Schlichtungsverfahren vor der Ärztekammer haben keine präjudizielle Wirkung. Das führt immer wieder dazu, dass Haftpflichtversicherer trotz einer eindeutigen Konstatierung von Behandlungsfehlern vorgerichtlich nicht regulieren wollen. Der geschädigte Patient wird dann geradezu in ein Gerichtsverfahren hineingetrieben. Stossen die Geschädigten sodann auch noch auf Gerichte, die gelinde ausgedrückt, mit der Aufarbeitung der Sache überfordert erscheinen, so muss der Geschädigte Rechtmittel einleiten. Die Oberlandesgerichtssenate sind bundesweit in der Regel als ausgesprochen qualifiziert zu bezeichnen.

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