Oberlandesgericht Schleswig – vom 09.11.2011
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Entzündliche Darmerkrankung (CED) mit Entstehung eines toxischen Megakolons und Resektion, OLG Schleswig, Az 13 U 13/10

Chronologie:
Die Klägerin begab sich aufgrund einer entzündlichen Erkrankung im Magen-Darm-Trakt in die Behandlung beim Beklagten. Dort wurde grob behandlungsfehlerhaft eine CED nicht erkannt und nicht adäquat behandelt, so dass ein toxisches Megakolon entstand und eine Darmresektion erforderlich wurde. Die Klägerin leidet seit dem Vorfall unter dauerhaften Gesundheitsbeeinträchtigungen und ist in ihrer Arbeitsfähigkeit stark beeinträchtigt.

Verfahren:
Nachdem das Landgericht Flensburg bereits in der Vorinstanz die Klage dem Grunde nach zugesprochen hatte, folgte das OLG Schleswig dieser Bewertung und schlug den Parteien eine vergleichsweise Klärung dergestalt an, dass sie sich auf eine pauschale Gesamtregulierung einigen sollten. Der Betrag liegt im deutlich sechsstelligen Eurobereich. Auf diesen Vorschlag liessen sich die Parteien ein.

Anmerkungen:
Das Verfahren dauerte über fünf Jahre, was daran lag, dass der Versicherer der beklagten Klinik die Regulierung immer wieder in die Länge zog und trotz der Eindeutigkeit der Sach- und Rechtslage wiederholt untersetzte Vergleichsangebote unterbreitete. Dieses Verfahren zeigt einmal mehr, dass sich Hartnäckigkeit auf Patientenseite auszahlt. Der Senat des OLG wies die Beklagtenseite ebenfalls mit klaren Worten in die Schranken.

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