Tribunal de Grande Instance de Paris – vom 07.11.2011
Verkehrsunfallrecht mit Auslandsbezug: Unfallschaden in Frankreich, Tribunal de Grande Instance de Paris, Az. 06/09543

Chronologie:
Der Kläger erlitt anlässlich einer Geschäftsreise in Paris unverschuldet einen Verkehrsunfall. Der Schädiger fuhr in stark alkoholisiertem Zustand in das Fahrzeug des Geschädigten. Die Gesamtschäden lagen bei rund 50.000,- Euro. Da die gegnerische Haftpflichtversicherung die Regulierung über lange Zeit herauszögerte, war eine gerichtliche Inanspruchnahme erforderlich.

Verfahren:
Das Tribunal de Grande Instance de Paris (Landgericht Paris) hat sich das Unfallgeschehen mittels Klageschrift darlegen lassen und der Klage sodann im vollen Umfange zugunsten des Klägers entsprochen.

Anmerkungen:
Zivilverfahren in südeuropäischen Ländern dauern in der Regel deutlich länger, als in Deutschland. Auch die Rechtslage divergiert in einigen Punkten von der deutschen. Prozessual besteht in Frankreich die Besonderheit, dass sich der Kläger vor Gericht einem „Postulant“ bedienen kann. Dieser ist vergleichbar einem englischen „Barrister“, der dort neben dem „Soliciter“ involviert wird. Er hat lediglich die Aufgabe, die vom anwaltichen Vertreter der Partei bereits vorbereiteten Anträge mündlich zu stellen.
Im vorliegenden Fall war dessen Involvierung nicht erforderlich, da das Plädoyer von Ciper & Coll. gehalten werden konnte. Das Gericht zeigte sich in dem mündlichen Termin über die Regulierungsverzögerung des Versicherers trotz der klaren Sach- und Rechtslage irritiert.

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