Landgericht Wuppertal – vom 17.10.2011
Durchtrennung des nervus radialis nach Ellenbogenverrenkungsbruch, LG Wuppertal, Az. 5 O 93/05

Chronologie:
Der Kläger verletzte sich bei einem Motorradunfall am linken Ellenbogen. Im Krankenhaus der Beklagten diagnostizierten die Ärzte eine Ellenbogenluxationsfraktur mit Absprengungen am Radiusköpfchen und am Kronenfortsatz. Es erfolgte eine Osteosynthese, wobei versehentlich der nervus radialis durchtrennt wurde. Seit dem Vorfall leidet der Kläger unter erheblichen Bewegungseinschränkungen und kann seiner Arbeitstätigkeit als Dreher nicht mehr nachkommen.

Verfahren:
Das Landgericht Wuppertal hatte in einem Vorprozess (Az. 5 O 304/02) bereits die Haftung dem Grunde nach festgestellt und ein angemessenes Schmerzensgeld ausgeurteilt. In dem jetzigen Folgeprozess ging es sodann noch um die Höhe der materiellen Schäden, nachdem die Beklagte sich weigerte, adäquat zu regulieren. Nach Abschluss des Folgeprozesses schlossen die Parteien einen Vergleich, wonach der Geschädigte eine Gesamtsumme von rund 300.000,- Euro erhielt.

Anmerkungen:
Hat ein Gericht in einem Arzthaftungsprozess grundsätzlich festgestellt, dass die Beklagtenseite zur Zahlung sämtlicher materieller Ansprüche verpflichtet sei, ist in einem weiteren, zweiten Schritt zu eruieren, welche konkreten Betrräge dem Geschädigten zustehen. In der Regel sind das Verdienstausfallschäden, sowie fiktive Haushaltshilfekosten für Vergangenheit und Zukunft, sowie in schwereren Fällen der Pflegemehraufwand und behindertengerechte Umbau- und Anschaffungskosten.

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