Landgericht Essen – vom 20.09.2011
Querschnittslähmung nach fehlgeschlagener Brustwirbelversteifung, LG Essen, Az. 1 O 2/09

Chronologie:
Der 48jährige Kläger begab sich in das Krankenhaus der Beklagten zu 2) aufgrund chronischer Schmerzen. Hier wurde ihm ein Kathetersystem implantiert. Über Alternativen ist er nicht aufgeklärt worden. In der Folge sollte dieses System wieder explantiert werden, wobie Teile im Körper belassen wurden. Diese führten zur Entzündung der Brustwirbelsäule, wodurch sodann der Querschnitt des Patienten eintrat.

Verfahren:
Das Landgericht Essen hat die Angelegenheit durch den Direktor einer Neurochirurgischen Klinik fachmedizinisch überprüfen lassen. Dieser konstatierte der Beklagten zu 2) sowohl Behandlungsfehler, auls auch Aufklärungsmängel. Das Landgericht Essen hat die Beklagte zu 2) sodann zur Zahlung eines Schmerzensgeldes von 125.000,- Euro verurteilt, sowie festgestellt, dass auch sämtliche weiteren materiellen Schäden für Vergangenheit und Zukunft zu zahlen seien.

Anmerkungen:
Erscheint das zugesprochene Schmerzensgeld für die Querschnittslähmung noch als gering, so ist jedoch wesentlich entscheidender, dass auch die materiellen Schäden zugesprochen sind. Die Schädigung datiert aus 2005. Dem Patienten stehen daher Pflegemehraufwand, Verdienstausfälle und sonstige materielle Ansprüche im deutlichen Millionen-Euro-Bereich zu, die er nunmehr durchsetzen wird.

Leave A Reply

Scroll Up