Landgericht Krefeld – vom 06.09.2011
Verletzung der Carotis nach Rezidiv eines Craniopharyngenoms, LG Krefeld, Az. 3 O 128/08

Chronologie:
Der Kläger befand sich bei der Beklagten in wiederkehrender Behandlung, nachdem bei ihm erstmals in 1993 ein Craniopharyngenom diagnostiziert worden war. Während eines Aufenthaltes implantierten die Ärzte ihm einen Ventrikulo-peritonealen Stunt. Dabei kam es zu einer Carotisverletzung.

Seit dem Vorfall leidet der Kläger u.a. an dem Verlust einer intakten Schädeldecke.

Verfahren:
Das Landgericht Krefeld hat den Vorfall mittels eines neurochirurgischen Gutachters fachmedizinisch hinterfragen lassen. Der Gutachter kam zum Ergebnis, dass dass Fehler eingetreten seien, so dass das Gericht den Parteien zu einem Vergleich anriet, auf den sich beide einliessen. Die Gesamtschäden liegen im deutlich fünfstelligen Eurobereich.

Anmerkungen:
Der Kläger hatte im Vorfeld der gerichtlichen Inanspruchnahme bereits die Schlichtungsstelle der Ärztekammer Nordrhein mit der Sache involviert. Diese kam im Ergebnis dazu, dass kein Behandlungsfehler vorläge. Der nunmehr vom Gericht bestellte Sachverständige sah das anders.

Dieses zeigt einmal mehr, dass ein Schlichtungsverfahren, das ohnehin keine präjudizielle Wirkung entfaltet, noch erfolgsversprechend gerichtlich hinterfragt werden kann.

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