Landgericht Aachen – vom 31.08.2011
Sepsis mit Abzessbildung nach Facetteninfiltration, LG Aachen, Az. 11 O 429/09

Chronologie:
Die Beklagte nahm bei der Klägerin eine Infiltration der Facetten L4-S1 beidseits vor, anlässlich derer es zu erheblichen Komplikationen kam. Seit der OP leidet die Patientin an erheblichen Bewegungseinschränkungen, Paresen und Harn- sowie Stuhlinkontinenz. Ihrer Arbeitstätigkeit kann sie nicht mehr nachgehen.

Verfahren:
Das LG Aachen hat die Angelegenheit mittels eines Facharztes für Orthopädie und Unfallchirurgie fachmedizinisch überprüfen lassen. Dieser kam im Ergebnis zu einer nicht lege artis- Behandlung der Beklagten, woraufhin das Gericht den Parteien eine vergleichsweise Einigung anriet. Hierauf haben sie sich eingelassen.

Der Gesamtschaden liegt im deutlich fünfstelligen Eurobereich.

Anmerkungen:
Nicht sehr oft kommt es in Arzthaftpflichtprozessen vor, dass die Beklagtenseite sich nicht nur des Vorwurfs einer Fehlbehandlung erwehrt, sondern auch weitere, noch nicht belastete Mediziner in das Verfahren mittels Streitverkündung einbringt.

Genau dieses hat die Beklagtenseite in der streitgegenständlichen Sache getan. Der Geschädigten kann es im Ergebnis egal sein, welcher der Schädiger sodann welche konkreten Zahlungen zu erbringen hat.

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