Landgericht Stuttgart – vom 15.08.2011
Unterlassene Befunderhebung bei neu aufgetretenen Thoraxschmerzen, LG Stuttgart, Az. 15 O 453/09

Chronologie:
Der Kläger begab sich wegen pectanginösen Beschwerden bei körperlicher Belastung sowie Belastungsluftnot in die Notaufnahme der Beklagten.

Das Aufnahme- EKG zeigte einen abnormen Befund, der einerseits vereinbar ist mit EKG-Veränderungen bei Münnern mit arterieller Hypertonie, andererseits, wenn auch nicht typisch, mit einem akuten Koronarverschluss des Vorderwandastes der linken Koronararterie.

Weitergehende Untersuchungen wurden nicht vorgenommen. Der Kläger wurde entlassen und erlitt wenig später einen Infarkt.

Verfahren:
Das Landgericht Stuttgart hat die Angelegenheit mittels eines internistisch-kardiologischen Fachgutachtens überprüfen lassen. Dieses stellte eine Fehlerhaftigkeit der Behandlung fest, woraufhin das Gericht den Parteien einen Vergleich anriet, den die sie akzeptierten. Die Gesamtschadenposition liegt im deutlich fünfstelligen Eurobereich.

Anmerkungen:
Unterlassene Befunderhebungen stellen einen der Hauptvorwürfe aus dem Bereich des Arzthaftungsrechtes dar. Werden diese Unterlassungen gutachterlich bestätigt, geht der Geschädigte erfolgreich aus einem Prozess hervor.

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