Landgericht Berlin – vom 01.08.2011
Fehlgeschlagene Phlebetomie nach Stammvaricose Stadium II nach HACH, LG Berlin, Az. 6 O 331/08

Chronologie:
Die Klägerin begab sich aufgrund von Krampfadern am rechten Bein in stationäre Behandlung in das Krankenhaus der Beklagten zu einer Varizenoperation. Dabei wurde entgegen der Vereinbarung auch das linke Bein operativ behandelt. Diese Behandlung führte zu erheblichen Bewegungseinschränkungen und psychischen Problemen bei der Klägerin.

Verfahren:
Das Landgericht Berlin hat die Angelegenheit mittels eines fachmedizinischen Gutachters auf dem Gebiet der Visceral- und Gefässchirurgie überprüfen lassen. Dieser stellte eine Fehlerhaftigkeit der Behandlung heraus, woraufhin das Gericht den Parteien einen Vergleich anriet, den die Parteien akzeptierten.

Die Gesamtschadenposition liegt im deutlich fünfstelligen Eurobereich.

Anmerkungen:
Oftmals werden in Arzthaftpflichtprozessen nicht nur Behandlungsfehler vorgeworfen, sondern auch eine fehlende oder nicht hinreichende Risikoaufklärung, bzw. fehlerhafte Aufklärung über Alternativen.

Schliesslich wird auch, so wie im vorliegenden Fall, eine fehlende Einwilligung vorgetragen. Die Folgen sind in haftungsrechtlicher Hinsicht identisch mit denjenigen, in denen die Behandlung per se nicht regelrecht vorgenommen wird.

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