Landgericht Lüneburg – vom 30.07.2011
Nicht lege artis vorgenommene Operation nach einer Handgelenksfraktur, LG Lüneburg, Az. 2 O 347/09

Chronologie:
Die junge Klägerin wurde nach einem Reitunfall im Oktober 2008 mit dem Rettungswagen zur stationären Behandlung bei der Beklagten eingeliefert. Hier wurde eine Handgelenksfraktur diagnostiziert, eine Kahnbeinfraktur jedoch übersehen. Seit dem Vorfall leidet die geschädigte Patientin an einer schmerzhaften eingeschränkten Hangelenksbeweglichkeit.

Verfahren:
Das Landgericht Lüneburg hat eine umfangreiche Beweisaufnahme vorgenommen und ein handchirurgisches sowie ein orthopädisch-traumatologisches Gutachten eingeholt. Im Ergebnis bestätigten die Gutachter die Vorwürfe. Da eine vergleichsweise Klärung nicht erzielt wurde, verurteilte das Landgericht die Beklagte zur Zahlung eines Schmerzensgeldes und stellte fest, dass auch die materiellen Schäden zu zahlen seien.

Die Schadenposition liegt im deutlich fünfstelligen Eurobereich.

Anmerkungen:
Es kommt immer wieder vor, dass Unfallopfer anlässlich der medizinischen Versorgung einen weitergehenden Schaden dadurch erleiden, dass die Unfallfolgen nicht adäquat behandelt werden. Der Geschädigte ist damit zwei mal negativ betroffen. Schwierig ist in diesen Fällen jeweils zu eruieren, welche konkreten Schäden auf welcher Ursache beruhen.

Hier sind regelmässig gutachterliche Aufklärungen erforderlich, um die Abgrenzung vornehmen zu können.

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