Oberlandesgericht Düsseldorf – vom 17.07.2011
Fehlbehandlung einer eingestauchten distalen Radiusmehrfachfraktur, OLG Düsseldorf, Az.: I 8 U 157/08

Chronologie:
Die Klägerin stürzte im Jahre 2005 und zog sich eine Radiusmehrfachfraktur zu. Der Beklagte legte ihr einen Gipsverband an. In der Folgezeit litt die Klägerin unter massiven Schmerzen. Fast ein Jahr nach dem Vorfall diagnostizierten Mediziner bei ihr eine Extensionsfehlstellung mit deutlicher Kalksalzminderung sämtlicher Handwurzelknochen und des distalen Unterarms. Sie leidet nach wie vor unter einer deutlichen Einschränkung der Beweglichkeit ihres Handgelenks.

Verfahren:
Trotz Vorliegens eines für die Patientin positiven MDK-Gutachtens war die Haftpflichtversicherung des Beklagten nicht bereit, den Schaden zu regulieren. Das Landgericht Düsseldorf (Az. 3 O 159/06) verurteilte den Beklagten zur Zahlung eines Schmerzensgeldes und stellte fest, dass der Beklagte sämtliche weiteren materiellen Schäden zu zahlen habe. Hiergegen richtete sich die erfolglose Berufung des Beklagten.

Auf Vorschlag des OLG Düsseldorf schlossen die Parteien sodann einen Vergleich. Die Gesamtschadenposition liegt im deutlich fünfstelligen Eurobereich.

Anmerkungen:
Berufungen auf Beklagtenseite stellen im Bereich des Arzthaftungsrechtes eher die Ausnahme dar. Erstinstanzlich ist in solchen Fällen oftmals schon hinreichend fachmedizinisch geklärt, dass ein Behandlungsfehler zu einem kausalen Gesundheitsschaden geführt hat. Obergerichte tun sich dann in aller Regel schwer, zu einer anderen Bewertung zu kommen.

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