Landgericht Köln – vom 11.07.2011
Läsion des nervus radialis und des posterioren Bündels anlässlich Brustoperation, LG Köln, Az. 25 O 89/07

Chronologie:
Die Klägerin begab sich 2005 zu ihrem Gynäkologen aufgrund einer Schwellung unterhalb des linken Schlüsselbeins. Dieser verwies sie nach einer Untersuchung an eine Klinik, in der der Knoten operativ entfernt wurde, ohne jedoch vorher eine Schnittbilddiagnostik vorgenommen zu haben.

Hierbei kam es zu einer Läsion des nervus radialis und des posterioren Bündels mit Entwicklung einer Fallhand. Es war eine achtstündige Nachoperation erforderlich, in der ein Nerv aus dem linken Bein entfernt und eingesetzt wurde.

Verfahren:
Das Landgericht Köln hat eine umfassende Beweisaufnahme vorgenommen und u.a. ein fachchirurgisches Gutachten eingeholt. Der befasste Gutachter wertete die Behandlung als eindeutig fehlerhaft. Es sei gegen bewährte Behandlungsregeln und gesicherte medizinische Erkenntnisse verstossen worden. Auf Vorschlag des Gerichtes schlossen die Parteien sodann einen Vergleich, wonach der Klägerin eine pauschale Gesamtentschädigung von 50.000- Euro gezahlt wurde.

Anmerkungen:
Immer wieder kommt es vor, dass trotz Eindeutigkeit der Sach- und Rechtslage der begangenen Fehler die Haftpflichtversicherung keine außergerichtliche Regulierung vornehmen will. In solchen Fällen ist der Patient dazu gezwungen, gerichtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Prozess stellt für die Betroffenen eine besondere emotionale Belastung dar. Die Hürde, gerichtlich vorzugehen, ist daher hoch.

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