Landgericht Dortmund – vom 28.06.2011
Fehldiagnose eines Zungengrundcarzinoms sowie Unterkiefercarzinoms durch Kieferchirurg, LG Dortmund, Az. 4 O 124/08

Chronologie:
Der zwischenzeitlich verstorbene Patient stellte sich erstmals in 2006 in der Praxis der Beklagten vor. Hier wurde im August 2006 ein Röntgenbild angefertigt, das keinen Hinweis auf einen Tumor enthielt, so die Mediziner. Nach deutlicher Verschlechterung seines Gesundheitszustandes und einem Zusammenbruch diagnostizierten Nachbehandler im Oktober 2006 ein Zungengrundcarzinom sowie ein Unterkiefercarzinom, an deren Folgen der Patient verstarb.

Verfahren:
Das Landgericht Dortmund hat das Behandlungsgeschehen umfassend durch einen kieferchirurgischen Sachverständigen begutachten lassen. Dieser kam im Ergebnis zu groben, d.h. nicht nachvollziehbaren Behandlungsfehlern. Da der Versicherer der Mediziner eine vergleichsweise Einigung nicht akzeptieren wollte, verurteilte das Landgericht Dortmund die Beklagtenseite zur Zahlung eines Schmerzensgeldes von 15.000,- Euro und stellte zudem fest, dass alle weiteren materiellen Schäden für Vergangenheit und Zukunft zu zahlen seien.

Die Gesamtschadenposition wird sich auf einen deutlich sechsstelligen Eurobetrag bewegen.

Anmerkungen:
Wenn eine der Parteien zu einer vergleichsweisen Einigung trotz Anregung des Gerichtes nicht bereit ist, muss sie damit rechnen, dass sich die Nichtakzeptanz auch in den Urteilsgründen widerspiegelt. Allein die Unterhaltsansprüche der Angehörigen des Verstorbenen liegen im deutlich sechsstelligen Eurobereich.

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