Landgericht Bayreuth – vom 17.06.2011
Ischämischer Hirninfarkt nach intermittierendem Vorhofflimmern aufgrund fehlender Marcumarisierung, LG Bayreuth, Az. 34 O 347/08

Chronologie:
Die betagte Klägerin erlitt im Jahre 2007 in ihrer Wohnung einen Kollaps. In einer Klinik wurde ein ischämischer Hirninfarkt festgestellt. Nach Entlassung begab sie sich in die ambulante Nachbehandlung bei der Beklagten. Hier verzichtete man trotz bestehenden intermittierenden Vorhofflimmerns auf eine Antikoagulation. In der Folge erlitt die Patientin eine weitere ischämische Attacke. Seither ist sie zu 60 % schwerbehindert.

Verfahren:
Das Landgericht Bayreuth hat den Vorfall umfangreich mittels fachmedizinischer Hilfe überprüfen lassen. In der Urteilsbegründung stellt das Gericht klar heraus, dass spätestens schon im Jahre 2007 eine Indikation für eine orale Antikoagulation mit Marcumar bestand.
Das Gericht verurteilte daraufhin die Beklagte zur Zahlung eines Schmerzensgeldes und stellte darüberhinaus fest, dass sie verpflichtet sei, alle weiteren materiellen Schäden für Vergangenheit und Zukunft zu zahlen. Die Gesamtschadenposition liegt im deutlich fünfstelligen Eurobereich.

Anmerkungen:
Trotz der Eindeutigkeit der gutachterlichen Konstatierungen war die Beklagtenseite nicht bereit, sich vergleichsweise zu einigen. Gegen das klare Urteil des Landgerichtes ist sie dann aber doch nicht in Berufung gegangen.

Leave A Reply

Scroll Up