Landgericht Bonn – vom 13.06.2011
Verspätete Diagnose eines locoregionären Tumorrezidivs der HWS-Region, LG Bonn, Az. 9 O 74/07

Chronologie:
Der Kläger befand sich im Rahmen der ambulanten Nachversorgung einer Krebsoperation seit 2001 in der Praxis des Beklagten zur regelmässigen Kontrolle. In den Jahren 2005/2006 hat der Beklagte MRT-Aufnahmen überprüft und o.B. befundet. Erst im September 2006 diagnostizierte ein Nachbehandler ein Rezidiv an der zu beobachtenden Stelle, das schon in 2005 gut erkennbar war.

Verfahren:
Das Landgericht Bonn hat nach umfangreicher Beweisaufnahme den Parteien zu einer vergleichsweisen Klärung angeraten, wonach dem Kläger eine Pauschale zur Gesamtabgeltung von 70.000,- Euro zu zahlen sei. Nachdem die Beklagtenseite diesen Vergleichsvorschlag im Termin zunächst kategorisch und vehement abgelehnt hatte, akzeptierte sie ihn kurze Zeit später schriftsätzlich dann doch noch.

Anmerkungen:
Die vorgeworfene Fehldiagnose war unzweifelhaft und wurde als grob fehlerhaft konstatiert. In derartigen Fällen sollte eigentlich eine zügige und angemessene Regulierung durch einen Haftpflichtversicherer erfolgen, was oftmals leider nicht der Fall ist.

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