Oberlandesgericht München – vom 05.06.2011
Fehlerhafte Bandscheibenoperation mit Kontrastmittelaustritt in Weichteile, OLG München, Az. 1 U 4916/05

Chronologie:
Die Klägerin begab sich aufgrund eines Bandscheibenvorfalles im Bereich C5/C6 in die Behandlung einer Klinik für Knie- und Wirbelsäulenchirurgie. Intraoperativ kam es zu einem Kontrastmittelaustritt. Es war eine Folgeoperation erforderlich, in der die betroffenen Wirbel versteift werden mussten. Die Patientin befindet sich nach wie vor in ärztlicher Behandlung aufgrund des Vorfalles.

Verfahren:
Das Landgericht München I hatte die Klage nach umfangreicher Beweisaufnahme als unbegründet abgewiesen. Auf Berufung durch die Klägerin zum Oberlandesgericht München schlossen die Parteien einen Vergleich. Insbesondere liess sich in der mündlichen Verhandlung nicht abschliessend klären, ob die Patientin von der Beklagtenseite über die Risiken der Operation, bei der es sich um eine sogenannte „Neuland-Methode“ handelte, hinreichend aufgeklärt worden war. Die Gesamtschadenposition liegt im deutlich fünfstelligen Eurobereich.

Anmerkungen:
Die Rechtssprechung hat Grundsätze hinsichtlich der Aufklärungspflicht von Medizinern bei sogenannten „Neuland-Methoden“ aufgestellt. Zum Anlass genommen werden mussten „Robodoc“-Fälle, bei denen es nach dem Einsatz eines Roboters oft zu erheblichen Komplikationen gekommen war.

Nach diesen Grundsätzen des BGH besteht bei „Neuland-Methoden“ eine besonders gründliche Aufklärungspflicht, um dem Patienten die Gefahren des Eingriffs vor Augen zu führen.

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