Landgericht Duisburg – vom 29.05.2011
Speiseröhrenleckage nach laparoskopischer Fundoplicatio, LG Duisburg, 6 O 15/09

Chronologie:
Der Kläger begab sich wegen einer chronischen Refluxkrankheit in 2008 in das Krankenhaus der Beklagten. Hier sollte der Mageneingang verengt, sowie der Zwerchfellbruch geschlossen werden. Nach der Operation traten Komplikationen ein, ein 10cm grosser Abzess im Oberbauch platzte, es bildete sich eine Fistel und eine Speiseröhrenleckage. Der Kläger leidet auch heute noch unter den OP-Folgen.

Verfahren:
Das LG Duisburg holte ein fachmedizinisches Gutachten ein, das im Ergebnis mehrere Fehlbehandlungen konstatierte. Bereits im Vorfeld des Prozesses hatte der Kläger ein chirurgisches Gutachtem vorgelegt, das mehrere Fehler konkretisierte.

Der Haftpflichtversicherer der Beklagten wollte diese Ausführungen jedoch nicht akzeptieren. Erst nach dem jetzigen Vergleichsvorschlag des Gerichtes kam es zu einer gütlichen Einigung. Die Gesamtschadensumme liegt im deutlich fünfstelligen Eurobereich.

Anmerkungen:
Gerichte holen in Arzthaftpflichtprozessen grundsätzlich fachmedizinische Gutachten ein, auch wenn bereits im Vorfeld des Verfahrens ein Gutachten vorliegt. In der Regel tun sich dann vom Gericht bestellte Sachverständige schwer, von der Vorbegutachtung abzuweichen.

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