Landgericht Regensburg – vom 23.05.2011
Fehlmedikation mit toxischem Zytostatikum, LG Regensburg, Az. 4 O 2249/10

Chronologie:
Der zwischenzeitlich verstorbene Kläger befand sich seit Februar 2010 wegen einer Erkrankung des Knochenmarks (MSD) in einer Regensburger Klinik in regelmässiger ambulanter Behandlung. Hier wurde ihm versehentlich ein toxisches Zytostatikum injiziert. Daraufhin starb rund um die Einstichstelle das Gewebe ab, so dass mehrere Operationen erforderlich wurden. Die dringend erforderliche Behandlung wegen des MSD konnte nicht fortgesetzt werden.

Verfahren:
Nachdem die Haftpflichtversicherung der beklagten Klinik die Haftung vorgerichtlich zunächst abgelehnt hatte, kam die Kammer des LG Regensburg zum Ergebnis, dass sich die Parteien vergleichsweise einigen sollten. Diesem Vergleichsvorschlag traten beide Parteien näher. Die Gesamtschadenposition liegt im deutlich fünfstelligen Eurobereich.

Anmerkungen:
Durch die sehr zeitnahe vergleichsweise Klärung ersparen sich sowohl die Angehörigen des verstorbenen Patienten, als auch der Haftpflichtversicherer der Klinik eine umfangreiche und zeitaufwändige Beweisaufnahme. Dieses hat das zuständige Gericht bei der Bemessung der Vergleichssumme ausdrücklich zu Bedenken gegeben.

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