Oberlandesgericht Dresden – vom 01.05.2011
Nicht indizierte Laparoskopie bei diagnostiziertem akuten Abdomen, OLG Dresden, Az. 4 U 1899/10

Chronologie:
Die Klägerin wurde im Jahre 2001 vom Notarzt mit einem akuten Abdomen in das Krankenhaus der Beklagten eingeliefert. Hier diagnostizierten die Ärzte zunächst eine extrauterine Schwangerschaft. Eine zweite Diagnose lautete über eine `stielgedrehte Overialzyste`. Es wurde eine Laparoskopie vorgenommen, die intraoperativ zu Gefässverletzung führte.

Verfahren:
Mit der Sache war zunächst das Landgericht Leipzig befasst (Az. 6 O 3551/05) und sah die Klage dem Grunde nach für gerechtfertigt an. In der Berufungsinstanz vor dem OLG Dresden geht es nun noch um die Höhe der Ansprüche für die Klägerin. Der Haftpflichtversicherer der beklagten Klinik hat bereits ein Schmerzensgeld in Höhe von pauschal 100.000,- Euro akzeptiert und gezahlt. Es geht daher noch im den immateriellen Vorbehalt, sowie den materiellen Schadenersatz für Vergangenheit und Zukunft. Es ist mit einer Gesamtregulierung von mehreren hunderttausend Euro zu rechnen.

Anmerkungen:
Es zeigt sich einmal mehr, dass nicht indizierte Operationen zu erheblichen Konsequenzen führen können. Auf Ärzteseite ist es umso wichtiger, im Vorfeld einer beabsichtigten Operation genau abzuklären, ob die Indikation gegeben ist.

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