Oberlandesgericht Frankfurt/Main – vom 05.04.2011
Verletzung des nervus phrenicus anlässlich einer Bypassoperation, OLG Frankfurt/M., Az. I – 3 U 41/09

Chronologie:

Beim Kläger wurde im Oktober 2007 anlässlich einer Koronarangiographie eine koronare Gefässschädigung mit hochgradigen Durchblutungsstörungen verschiedener Herzkranzgefässe festgestellt. Daraufhin musste der Kläger eine Bypassoperation vornehmen lassen. Während der Operation kam es zur Verletzung des nervus phrenicus. Der Kläger leidet heute seither dauerhaft an einer Gesundheitsschädigung und seiner Vitalkraft.

Urteil:

Das Oberlandesgericht hat das Verfahren an das zuvor betraute Landgericht Fulda, die die Klage abgewiesen hatten, zurückverwiesen. Die vom Prozessvertreter von Ciper & Coll., Rechtsanwalt Michael Roth gestellten Anträge, insbesondere auf mündliche Anhörung des gerichtlich bestellten Gutachtern, waren zuvor vom Landgericht grundlos zurückgewiesen worden. Nun wird sich dieses Untergericht nochmals mit der Angelegenheit befassen müssen. Die Schadensumme liegt im deutlich sechsstelligen Eurobereich.

Anmerkungen:

Offensichtlich ist noch immer nicht allen Untergerichten in Deutschland bekannt, dass dem Antrag eines Prozessvertreters auf persönliche Anhörung eines gerichtlich bestellten Sachverständigen nachzukommen ist. Dieses ist ständige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes und dient der Gewährung des Rechts auf rechtliches Gehör nach §§ 397, 402 ZPO. Der Kläger hat danach einen Anspruch darauf, dem Sachverständigen die Fragen, die er zur Aufklärung der Sache erforderlich hält, zur mündlichen Beantwortung vorzulegen.

Gerade bei existenziellen Angelegenheiten, wie in der vorliegenden Sache, bei der es für den Kläger um erhebliche Ansprüche handelt, ist eine entsprechende Qualifikation der streitentscheidenden Gerichte unerlässlich.

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