Landgericht Potsdam – vom 02.03.2011
Verspätete Diagnose eines akuten Abdomens nach Falschbefundung eines Gastroskopiebefundes- LG Potsdam – Az. 11 O 99/07.

Chronologie:

Der Kläger begab sich aufgrund massiver Oberbauchschmerzen im Dezember 2001 in die Klinik der Beklagten. Hier wurde eine Gastroskopie vorgenommen, der Gastroskopiebefund jedoch falsch befundet. Es kam zu massivem Gallenrückfluss, in der Folge musste dem Patienten ein Teil des Dünndarmes entfernt werden. Auch heute leidet er noch erheblich unter den Gesundheitsbeschwerden.

Verfahren:

Das Landgericht Potsdam hat nach umfassender Beweisaufnahme konstatiert, dass die Behandlung im Hause der Beklagten nicht lege artis erfolgte und den Parteien eine vergleichsweise Klärung angeboten. Danach solle dem Kläger eine pauschale Abfindungssumme in Höhe von 60.000,- Euro gezahlt werden. Auf diesen Betrag haben sich die Parteien zwischenzeitlich geeinigt.

Anmerkungen:

Das Verfahren zeigt einmal mehr, dass auch ein Behandlungsfehler, der nunmehr schon über 10 Jahre zurückliegt, zu einer angemessenen Entschädigung des Patienten führen kann. Vor dem Verfahren hatte sich der Haftpflichtversicherer geweigert, eine Regulierung vorzunehmen, so dass eine gerichtliche Inanspruchnahme notwendig wurde.

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