Landgericht Nürnberg-Fürth – vom 14.02.2011
Inadäquate Behandlung einer Humeruskopf-Mehrfachfraktur – LG Nürnberg-Fürth, Az. 11 O 6006/10.

Chronologie:

Der Kläger zog sich anlässlich eines Sturzes vom Fahrrad eine Fraktur im Bereich des rechten Humeruskopfes zu. Daraufhin wurde er in der Ambulanz im Hause der Beklagten vorstellig. Dort blieb die Fraktur über mehrere Tage lang unversorgt. Es kam zu einer Fehlverheilung.

Hätten die behandelnden Ärzte ein präoperatives CT gefertigt und die instabile Fraktur erkannt, wäre eine primäre Versorgung mittels Schulterendoprothese erfolgt. Die Fraktur wäre nicht unzureichend reponiert worden und ein zufriedenstellendes Ausheilungsergebnis eingetreten, mit der Folge, dass dem Kläger erhebliche Schmerzen erspart geblieben wären und eine jetzt vorliegende Bewegungseinschränkung nicht eingetreten wäre.

Verfahren:

Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat nach Klageeinreichung zügig einen Gütetermin anberaumt, in dem es den Parteien angeraten hat, sich gütlich zu einigen. Die Parteien kamen sodann überein, die Angelegenheit auf Basis einer pauschalen Summe zur Gesamtabgeltung von rund 30.000,- Euro zu beenden, nachdem zuvor außergerichtliche Vergleichsverhandlungen gescheitert waren.

Anmerkungen:

Das erfreuliche Endergebnis zeigt einmal mehr, dass auch Gerichte darum bemüht sein sollten, umfangreiche und langwierige Prozesse aus dem Bereich der Arzthaftung relativ zeitnah zu einer gütlichen Einigung hinzuführen. Waren die außergerichtlichen Vergleichsbemühungen noch fruchtlos, so blieb der Beklagtenseite nach der gerichtlichen Inanspruchnahme nicht viel anderes übrig, als eine vergleichsweise Klärung zu akzeptieren. Die medizinischen Aspekte waren recht eindeutig, so dass nur noch die Höhe der Entschädigung zu thematisieren war. Mit der verglichenen Abfindungssumme können beide Seiten auf ein zufriedenstellendes Ergebnis zurückblicken.

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