Landgericht Potsdam – vom 28.01.2011
Fehlerhafte Resektion eines Handgelenksganglions an der rechten Hand bei 15jähriger Patientin – LG Potsdam, 11 O 121/09

Chronologie:

Die damals 15jährige Klägerin begab sich wegen eines schmerzhaften Handgelenksganglions an der Streckseite der rechten Hand im November 2006 in die Praxis der Beklagten. Der Beklagte entfernte operativ neben dem Ganglion auch einen stark entwickelten Muskelbauch an der Sehne des Extensor proprius im Bereich des Retinaculums und nähte den körperfernen Sehnenstumpf auf die gemeinsame Strecksehne des 2. Fingers auf. Im Februar 2007 musste sich die Klägerin einer Revisionsoperation beim Beklagten unterziehen. Hierbei wählte der Beklagte ein zu kurzes Sehnenimplantat für den Ersatz der Zeigefingerstrecksehne. Dadurch leidet die Klägerin unter einem eingeschränkten Faustschluss und unter einer eingeschränkten Streckung des 2. Fingers bei Gelenkbeugung.

Darüberhinaus waren dem Beklagten erhebliche Aufklärungs- und Dokumentationsmängel vorzuwerfen.

Verfahren:
Das Landgericht Postdam hat ein fachmedizinisches Sachverständigengutachten in Auftrag gegeben. Der gerichtlich bestellte Sachverständige bejahte eine grob fehlerhafte ärztliche Behandlung. Noch vor dem angesetzten mündlichen Termin zur Verhandlung erreichten die Parteien eine vergleichsweise Klärung, wonach der Klägerin als pauschale Gesamtabfindung ein Betrag in Höhe von 200.000,- Euro zugebilligt werden.

Anmerkungen:
Der Beklagte hatte zunächst nur 100.000,- Euro angeboten. Mit diesem Angebot konnten sich die Prozessvertreter der Klägerin nicht einverstanden erklären, so dass es zu weiteren Verhandlungen kam, mit einem für die Klägerin noch erfreulichen Abschluss.

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